{"id":1262,"date":"2021-12-23T08:00:00","date_gmt":"2021-12-23T07:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/?p=1262"},"modified":"2022-04-06T16:54:39","modified_gmt":"2022-04-06T14:54:39","slug":"und-jetzt-der-weihnachtsbraten-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/und-jetzt-der-weihnachtsbraten-2\/","title":{"rendered":"Und jetzt: der Weihnachtsbraten!"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"653\" src=\"https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Gaense-Ada-K-1024x653.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-957\" srcset=\"https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Gaense-Ada-K-1024x653.jpg 1024w, https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Gaense-Ada-K-300x191.jpg 300w, https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Gaense-Ada-K-768x490.jpg 768w, https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Gaense-Ada-K-1536x979.jpg 1536w, https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Gaense-Ada-K.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>So d\u00fcrfen die wenigsten G\u00e4nse leben. In Deutschand ist Freilandhaltung \u00fcblich, aber nur ein Prozent der G\u00e4nse sind Bewohnerinnen eines Biohofs. Achtzig Prozent der bei uns verkauften G\u00e4nse sind importierte Tiere, meist aus tierqu\u00e4lerischer Stopfmast. | Foto: Ada K \/ Pixabay<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>S<em>eit Corona wird wieder mehr zuhause gekocht. Die Hersteller von Kochgeschirr und K\u00fcchenutensilien melden schon seit \u00fcber einem Jahr steigende Absatzzahlen. An Weihnachten muss es ja traditionell sowieso der gro\u00dfe Schmaus sein, egal wie viele Familienmitglieder da nun aktuell zusammenkommen, ob geimpft oder nicht, erlaubt oder nicht. Bei den meisten d\u00fcrfte dann der Braten auf den Tisch kommen. Nur, wo k\u00f6nnen wir noch Fleisch kaufen, ganz unabh\u00e4ngig von Corona und Kontaktbeschr\u00e4nkungen &#8211; wenn wir gleichzeitig an das Klima, die Umwelt und das Tierwohl denken?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Schon vor einem Jahr hatte ich dieses Thema hier aufgegriffen, und weil sich seitdem \u2013 au\u00dfer der personellen Besetzung der einschl\u00e4gigen Ministerien \u2013 nichts ge\u00e4ndert hat, kommt der Text nun noch einmal in aktualisierter Fassung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"has-medium-font-size wp-block-heading\">Fleisch mit gutem Gewissen?<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Nachhaltigkeitsberatung <a href=\"https:\/\/www.soilandmore.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Soil and more Impacts<\/a> in Hamburg hatte im vergangenen Jahr in einer <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.de\/publikationen\/s03201_landwirtschaft_studie_wahre_kosten_fleisch_2020.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Studie<\/a> f\u00fcr Greenpeace ausgerechnet, wie viele versteckte Kosten bei der Fleischproduktion anfallen. Wie viel Ressourcenverbrauch, wie viele Umwelt- und Klimasch\u00e4den nicht die Verursacher zahlen, weil sie auf die Gesellschaft und die zuk\u00fcnftigen Generationen abgew\u00e4lzt werden, und was Rind- und Schweinefleisch kosten m\u00fcsste, wenn die versteckten Kosten von uns Fleischesserinnen mit bezahlt w\u00fcrden. Nach dieser Studie m\u00fcsste \u201ekonventionell\u201c erzeugtes Rindfleisch um mehr als die H\u00e4lfte teurer sein, \u201ekonventionelles\u201c Schweinefleisch sogar doppelt so teuer. Aber auch \u00d6kofleisch m\u00fcsste viel teurer sein, beim Schwein plus 23, beim Rind plus f\u00fcnfzig Prozent. Und bei diesen Berechnungen sind Biodiversit\u00e4tsverluste nur wenig und Tierwohl noch gar nicht eingepreist. Was also tun, wenn man doch noch einen Weihnachtsbraten auf den Tisch bringen will?<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht mit dem Einkauf gezielt die Biobetriebe unterst\u00fctzen, bei denen es den Tieren am besten geht und die gleichzeitig eine Form der Landwirtschaft betreiben, die die B\u00f6den gesund h\u00e4lt und das Klima sch\u00fctzt. Solche H\u00f6fe gibt es, vielleicht sogar ganz in der N\u00e4he. Man muss unter Umst\u00e4nden ein wenig suchen und dabei wissen, wonach gesucht wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Fangen wir mit der Gans an. Und raten gleich mal grunds\u00e4tzlich ab vom G\u00e4nsebraten, weil die \u201ekonventionellen\u201c G\u00e4nse fast schon ein Blackbox-Produkt sind. Wie sie aufgewachsen sind, l\u00e4sst sich von Verbrauche-rinnen so gut wie nicht \u00fcberpr\u00fcfen, schon weil bis zu achtzig Prozent des in Deutschland verzehrten G\u00e4nsefleischs importiert ist. Die G\u00e4nse kommen zumeist aus Polen und Ungarn, aber auch aus Frankreich und Bulgarien. Und dort ist die Tierqu\u00e4lerei des G\u00e4nsestopfens nicht verboten. In Deutschland ist G\u00e4nsestopfen verboten, nicht aber der Import von Stopf-g\u00e4nsen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist \u00fcbrigens eine systemische Inkonsequenz: In vielen Bereichen wird importiert, was herzustellen hierzulande verboten w\u00e4re. Die EU-Kommission denkt derzeit dar\u00fcber nach, klimasch\u00e4dlich hergestellte Waren an den EU-Au\u00dfengrenzen mit entsprechenden Zollzuschl\u00e4gen zu versehen, wenn die CO2-Bepreisung in der Europ\u00e4ischen Union Fahrt aufnimmt. Wenn das bei anderen Umweltsch\u00e4den und der Ber\u00fccksichtigung von Tierwohl auch so k\u00e4me, w\u00fcrden nur noch wenige Lebensmittel in die EU gelangen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber zur\u00fcck zu den Stopfg\u00e4nsen. Wie der Name der Qu\u00e4lerei schon sagt, wird den G\u00e4nsen dabei das Futter in den Hals gestopft. Benutzt wird dazu geschroteter und eingeweichter Mais, der durch eine metallene R\u00f6hre in den G\u00e4nsehals gedr\u00fcckt wird. Es entsteht die bis auf das Zehnfache krankhaft vergr\u00f6\u00dferte Stopfleber, die als Foie gras noch immer zu den Delikatessen der franz\u00f6sischen K\u00fcche z\u00e4hlt. 1999 hatte die EU das G\u00e4nsestopfen eigentlich verboten, das Verbot aber nie durchgesetzt. 2005 erkl\u00e4rte die franz\u00f6sische Nationalversammlung Foie gras zum nationalen Kulturgut.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"501\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Gaensestopfen-501x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1265\" srcset=\"https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Gaensestopfen-501x1024.jpg 501w, https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Gaensestopfen-147x300.jpg 147w, https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Gaensestopfen-768x1570.jpg 768w, https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Gaensestopfen-751x1536.jpg 751w, https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Gaensestopfen-1002x2048.jpg 1002w, https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Gaensestopfen-scaled.jpg 1252w\" sizes=\"auto, (max-width: 501px) 100vw, 501px\" \/><figcaption>&#8222;Nationales Kulturgut&#8220; Foie gras: G\u00e4nsestopfen in Frankreich, aufgenommen 2013 | Foto: Asavaa \/ Wikipedia<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Das Fleisch um die kranke Stopfleber herum ist f\u00fcr die G\u00e4nsestopfbetriebe eigentlich nur ein Nebenerwerb, gerade gut genug zum Export nach Deutschland. Dort k\u00f6nnen die Stopfg\u00e4nse dann im Supermarkt gerne auch als \u201eGans aus b\u00e4uerlicher Haltung\u201c vermarktet werden. Was nicht einmal ganz gelogen, vor allem aber nicht verboten ist, weil keine gesch\u00fctzte Bezeichnung. Auch \u201eaus kontrollierter Haltung\u201c kann die gequ\u00e4lte Gans kommen oder als ungarische oder polnische \u201eHafermastgans\u201c vermarktet werden. Wer sich so etwas kauft, sollte wissen, dass er ein wissentlich gequ\u00e4ltes und krank gemachtes Tier vor sich hat, das h\u00f6chstens f\u00fcnfzehn Wochen lang leben durfte und dabei wom\u00f6glich auch noch zwischendurch bei lebendigem Leib gerupft wurde. Denn auch G\u00e4nsedaunen sind gefragt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die deutschen G\u00e4nse stammen dagegen fast alle aus Freilandhaltung, leben deutlich l\u00e4nger und kosten mindestens das Vierfache der importierten Stopfg\u00e4nse. Ein einziges Prozent der hierzulande aufgewachsenen G\u00e4nse hatte immerhin sieben Monate auf einem Biohof zu leben. Am Ende kosten solche G\u00e4nse dann rund zwanzig Euro pro Kilo, die \u201ekonventionellen\u201c Freilandg\u00e4nse um die f\u00fcnfzehn Euro und die importierten Qualtiere knapp vier Euro. Wenn es also der traditionelle G\u00e4nsebraten sein soll, dann werden gut hundert Euro daf\u00fcr f\u00e4llig, falls man eine der Biog\u00e4nse ergattern kann.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"has-medium-font-size wp-block-heading\">Klimafreundlicher Rinderbraten<\/h2>\n\n\n\n<p>Suchen wir nun den Rinderbraten, der mit gutem Gewissen gegessen werden kann. Wer dabei nicht nur aufs Tierwohl, sondern auch auf den Klimaschutz achten will, hat es schwer. Zumindest dann, wenn die Studie von Soil and more ernst genommen wird. Das Problem der Rinder ist n\u00e4mlich, dass aus ihrem komplizierten Verdauungstrakt Methan entweicht, ein Klimagas, das 21mal wirksamer ist als Kohlendioxid. Das f\u00fchrt auch dazu, dass die Nachhaltigkeitsberater aus Hamburg das Fleisch von Biorindern fast genauso kritisch sehen wie das aus \u201ekonventioneller\u201c Haltung. Die Tiere auf den Bioh\u00f6fen leben n\u00e4mlich deutlich l\u00e4nger, als die in der eher industriellen Mast und k\u00f6nnen daher auch l\u00e4nger Klimagas aussto\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass diese Berechnungen eher theoretischer Natur sind und die Realit\u00e4t eine andere sein kann, wenn den Tieren zum Beispiel Weidegang erm\u00f6glicht wird, habe ich an dieser Stelle mehrfach berichtet, zuletzt, als es um den Methanaussto\u00df pro Liter Milch ging. Da ist klargestellt, dass die Kuh kein Klimakiller sein muss: im <a href=\"https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/auf-dem-dritten-weg-die-weidekuh\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Blog<\/a> und im <a href=\"https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/ffe-auf-dem-dritten-weg-die-weidekuh\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Podcast<\/a>. Alle Studien, die pauschal \u00fcber die Klimawirksamkeit der Tierhaltung urteilen, auch der vielfach zitierte \u201e<a href=\"https:\/\/www.boell.de\/sites\/default\/files\/2021-01\/Fleischatlas2021_0.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Fleischatlas<\/a>\u201c von BUND und Heinrich-B\u00f6ll-Stiftung, kranken daran, dass sie die Unterschiede eben dieser Tierhaltung nicht ber\u00fccksichtigen k\u00f6nnen, weil dazu jeder landwirtschaftliche Betrieb gesondert betrachtet werden m\u00fcsste.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Weidegang der Tiere verringert nicht nur deren Methanaussto\u00df, sondern sorgt durch den direkten Einfluss der Rinder auf das Gr\u00fcnland f\u00fcr vermehrt aufwachsenden Humus. Und in diesem binden die Bodenlebewesen erhebliche Mengen an Kohlenstoff. Den wiederum haben die Pflanzen zuvor als CO2 aus der Atmosph\u00e4re weggeatmet. Unter einer lebendigen Weide findet sich dann mehr Humus, als in einem \u00fcber Jahrhunderte gewachsenen Waldboden; auch wenn bestsellernde Oberf\u00f6rster uns in den Medien gerne anderes glauben lassen wollen. Au\u00dferdem erh\u00f6ht der Weidegang der Rinder die Biodiversit\u00e4t im Gr\u00fcnland. Wo kein Kreiselm\u00e4her kommt, k\u00f6nnen Insekten und Wiesenv\u00f6gel \u00fcberleben. Und die Bioverb\u00e4nde wie Bioland, Naturland und Demeter verpflichten ihre Mitglieder, den Tieren Weidegang zu gew\u00e4hren. Das w\u00e4re der eine Teil der Gegenrechnung zum klimasch\u00e4dlichen Rinderbraten. Der zweite Teil ist nicht weniger kompliziert, aber vielleicht noch \u00fcberzeugender.<\/p>\n\n\n\n<p>Schauen wir uns dazu mal einen biodynamisch bewirtschafteten Hof an. Demeter schreibt seinen Mitgliedern die Tierhaltung vor, weil nur mit den Tieren die bio-dynamische Kreislaufwirtschaft des Hofes gelingt. Ohne ihren Dung und ihre Mitarbeit auf der Weide ist es kaum m\u00f6glich, das Land \u00fcber Jahrzehnte fruchtbar zu halten, wenn man nicht D\u00fcnger zukaufen will. Wenn nun ein Demeter-Hof sich um den Nukleus einer sagen wir hundertk\u00f6pfigen Herde von Milchk\u00fchen gruppiert und diese hundert K\u00fche und ihr Nachwuchs \u00fcber Jahrzehnte nicht mehr werden, weil die \u00fcberz\u00e4hligen Tiere regelm\u00e4\u00dfig geschlachtet werden, dann emittiert diese Rinderherde jedes Jahr die gleiche Menge Methan. Dieses Gas ist zwar viel klima-sch\u00e4dlicher als Kohlendioxid, daf\u00fcr aber auch viel kurzlebiger. Nach zw\u00f6lf Jahren in der Atmosph\u00e4re zerf\u00e4llt es. Nach zw\u00f6lf Jahren ist also das Methan aus unserem Biohof wieder weg. Wenn der Hof, wie das bei vielen der \u00e4lteren Demeter-Betriebe der Fall ist, nun schon seit Jahrzehnten immer eine gleich gro\u00dfe Rinderherde h\u00e4lt, kommt von dort jedenfalls kein zus\u00e4tzliches Methan mehr in die Atmosph\u00e4re. Das gleiche gilt f\u00fcr eine Mutterkuhherde von Fleischrindern wie Angus oder Limousin, die immer gleich gro\u00df ist und m\u00f6glichst immer drau\u00dfen. \u00dcbrigens, wie an dieser Stelle auch schon <a href=\"https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/auf-dem-dritten-weg-die-weidekuh\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">berichtet<\/a>, entsteht beim Weidegang der Rinder sowieso nur die H\u00e4lfte des Methanaussto\u00dfes, verglichen mit Stalltieren, die Kraftfutter erhalten.Von solch einem Hof k\u00e4me dann der Rinderbraten mit gutem Klimagewissen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/WeidehaltungLimousin-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1223\" srcset=\"https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/WeidehaltungLimousin-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/WeidehaltungLimousin-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/WeidehaltungLimousin-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/WeidehaltungLimousin-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/WeidehaltungLimousin.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Wie haben die Rinder gelebt? Im Stall oder drau\u00dfen? Wer Fleisch essen will, sollte sich gut informieren \u00fcber die Tierhaltung und seine Wahl konkret daran ausrichten. Das hilft dem Klima, der Umwelt und den Tieren. | Foto: Florian Schwinn<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"has-medium-font-size wp-block-heading\">Saugutes Leben?<\/h2>\n\n\n\n<p>Womit wir beim Schweinsbraten angelangt w\u00e4ren, wie das die Bayern nennen, wo er quasi Nationalgericht ist. Nun wird es wieder deutlich schwieriger, weil das Hausschwein ein stark industrialisiertes Tier geworden ist. Die \u00fcblichen Hybridschweine, die auch von vielen Biobetrieben gehalten werden, stammen aus genetisch relativ verarmten Z\u00fcchtungen, die durch eine Kombination aus weiblichen und m\u00e4nnlichen Zuchtlinien f\u00fcr schnelle Gewichtszunahme \u201eoptimiert\u201c werden. Bioschweine haben mehr Platz im Stall, einen Auslauf und einen Ruhebereich mit Einstreu. Sie werden \u00e4lter als die Tiere in der industriellen Turbomast. Aber so ein richtig saugutes Leben mit W\u00fchlen und Suhlen m\u00fcssen auch sie nicht gehabt haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer schon einmal das Gl\u00fcck hatte, einer Rotte Wildschweine l\u00e4nger zuschauen zu k\u00f6nnen, kann ahnen, was ein gutes Schweineleben w\u00e4re. Das dem Hausschwein auch zu gew\u00e4hren, w\u00e4re durchaus m\u00f6glich. Dann w\u00fcrde aber das Kilo Schweinefleisch etwa das Doppelte dessen kosten, was wir heute beim Discounter bezahlen, falls wir dort wirklich noch Fleisch kaufen wollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Schweine sind Waldtiere und sie wurden fr\u00fcher, ganz fr\u00fcher, auch tats\u00e4chlich im Wald gehalten. In Deutschland ist das Halten von Schweinen im Wald heute verboten und die wenigen Betriebe, die es dennoch tun, haben zumeist einen jahrelangen Streit mit den Veterin\u00e4r\u00e4mtern hinter sich. Und sie setzen nicht auf die \u00fcblichen Hybridschweine, sondern halten meist alte Hausrassen wie Duroc, Berkshire, Bentheimer oder Angler-Sattelschwein. Das sind v\u00f6llig andere Schweine als die Hybridtiere. Sie haben Borsten, sie sind kr\u00e4ftig, widerstandsf\u00e4hig, und sie legen sich einen gesunden Speck zu, mit dessen Hilfe sie auch drau\u00dfen \u00fcberwintern k\u00f6nnen. Alles was sie brauchen, ist ein kleiner Unterstand, in dem sie sich in kalten N\u00e4chten gegenseitig w\u00e4rmen. Und eine m\u00f6glichst gro\u00dfe Entfernung von den Seuchengebieten der Afrikanischen Schweinepest. Von solchen H\u00f6fen, wie ich sie auch hier schon vorgestellt habe, im <a href=\"https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/schwein-gehabt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Blog<\/a> und im <a href=\"https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/ffe-schwein-gehabt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Podcast<\/a>, k\u00e4me der Schweinsbraten mit gutem Gewissen.<\/p>\n\n\n\n<p>So, und wenn es diese Weihnachten damit noch nicht geklappt hat, dann vielleicht beim n\u00e4chsten Fest. Und wer jetzt sagt, wenn das alles so kompliziert ist, dann verzichte ich doch lieber auf den Festtagsbraten und koche vegan. Bitte sehr, eine gute Idee! Aber nicht weniger kompliziert. Wenn Sie n\u00e4mlich auf Gem\u00fcse ausweichen, dann achten Sie bitte auch da auf den umwelt- und klimasch\u00e4dlichen Rucksack der Lebensmittel. Wo kommen sie her, jetzt im Winter? Wie viel Treibhausgas und wie viel Ausbeutung menschlicher Arbeitskr\u00e4fte klebt an ihnen? Und auch beim Reisanbau zum Beispiel entstehen Unmengen Klimagase \u2013 ja genau \u2013 Methan! Viele der im Supermarkt angebotenen hoch verarbeiteten veganen Lebensmittel kommen zudem gar nicht mehr aus Landwirtschaft und Lebensmittelhandwerk, sondern aus der Fabrik. Mit entsprechendem Energieaufwand und CO2-Rucksack.<\/p>\n\n\n\n<p>Frohes Fest! Guten Appetit!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit Corona wird wieder mehr zuhause gekocht. Die Hersteller von Kochgeschirr und K\u00fcchenutensilien melden schon seit \u00fcber einem Jahr steigende Absatzzahlen. An Weihnachten muss es ja traditionell sowieso der gro\u00dfe Schmaus sein, egal wie viele Familienmitglieder da nun aktuell zusammenkommen, ob geimpft oder nicht, erlaubt oder nicht. 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