{"id":2845,"date":"2024-08-01T08:00:00","date_gmt":"2024-08-01T06:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/?p=2845"},"modified":"2024-07-31T10:03:20","modified_gmt":"2024-07-31T08:03:20","slug":"um-uns-an-uns-in-uns-sommer-sonne-plastik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/um-uns-an-uns-in-uns-sommer-sonne-plastik\/","title":{"rendered":"Um uns, an uns, in uns &#8211; Sommer, Sonne, Plastik"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"617\" src=\"https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Plastikmuell-Geisternetz-Basstoelpel-SilkePixabay-1024x617.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2856\" srcset=\"https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Plastikmuell-Geisternetz-Basstoelpel-SilkePixabay-1024x617.jpg 1024w, https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Plastikmuell-Geisternetz-Basstoelpel-SilkePixabay-300x181.jpg 300w, https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Plastikmuell-Geisternetz-Basstoelpel-SilkePixabay-768x462.jpg 768w, https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Plastikmuell-Geisternetz-Basstoelpel-SilkePixabay-1536x925.jpg 1536w, https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Plastikmuell-Geisternetz-Basstoelpel-SilkePixabay.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Man muss nicht in ferne L\u00e4nder reisen, um Plastikm\u00fcll zu finden. Ein Besuch auf Helgoland reicht. Dort sieht man zum Beispiel Basst\u00f6lpel, die in den angesp\u00fclten Geisternetzen der Fischer br\u00fcten &#8211; und sich auch darin verfangen und qualvoll sterben. | <em>Foto: Silke \/ Pixabay<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">E<em>s ist Hochsommer. Ferienzeit. Die Str\u00e4nde sind voll &#8211; voller Plastik. Es ist \u00fcberall, auch da, wo wir es nicht sehen. Auf unserer Haut, aufgetragen mit Cremes und Kosmetik. In unserer Kleidung und unseren Schuhsohlen, abgerieben durch Bewegung. Wir verteilen es t\u00e4glich, auch wenn wir das nicht wissen und nicht wollen. Und wir nehmen es auf, mit dem Essen, mit dem Atmen. Es ist auch in uns unterwegs, es flie\u00dft durch unsere Adern, dringt in unsere Zellen ein. Auch das hat Folgen. Plastik \u00fcberall, Plastik f\u00fcr die Ewigkeit, Plastik in jedem Einkaufswagen. Das ist mein Sommerthema. Hier und im <a href=\"https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/ffe35-um-uns-an-uns-in-uns-sommer-sonne-plastik\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Podcast<\/a>.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Touristenstr\u00e4nde dieser Welt werden sauber gehalten. Optisch gereinigt von grobem Plastikm\u00fcll, vom Weggeworfenen und Angesp\u00fclten. Aber die Str\u00e4nde bestehen zu einem stetig gr\u00f6\u00dfer werdenden Teil l\u00e4ngst aus Plastik. Der Sand ist damit durchsetzt. Das Meer rollt Steine an den Strand, die nicht mehr aus Stein sind. Am Grund bildet sich eine neue Schicht von Sediment, das auch in Millionen Jahren noch Zeugnis ablegen wird von uns, eine Schicht aus zerriebenem Mikroplastik, die Hinterlassenschaft des Anthropoz\u00e4ns.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-medium-font-size\">Unser t\u00e4glich Plastik<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was macht das Plastik mit uns, wieso und wie verteilen wir es st\u00e4ndig? Und vor allem: Muss das so sein oder ginge es auch anders?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das sind Fragen, die ich Michael Braungart gestellt habe. Der Chemiker und Verfahrenstechniker ist Professor f\u00fcr \u00d6ko-Effektivit\u00e4t an der Leuphana Universit\u00e4t in L\u00fcneburg und Leiter des Hamburger Umweltinstituts. Er hat das <a href=\"https:\/\/cradle-mag.de\/artikel\/cradle-to-cradle-prinzip.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Cradle-to-Cradle Prinzip<\/a> der abfallfreien Produktion entwickelt, das er als Gastprofessor an mehreren Universit\u00e4ten lehrt. Das Prinzip bezeichnet Produkte, die \u00bbvon der Wiege zur Wiege\u00ab gedacht sind, also nicht zur Bahre. Eine Produktionsweise, bei der am Ende kein klassischer Abfall entsteht, der deponiert werden m\u00fcsste oder verbrannt. Die Reste der Cradle-to-Cradle Produkte sind biologisch abbaubare N\u00e4hrstoffe, soweit sie in die Umwelt gelangen, oder sie sind komplett technisch recyclebare und wiederverwendbare Stoffe, soweit sie in der technischen Sph\u00e4re verbleiben. Cradle-to-Cradle ist l\u00e4ngst auch ein <a href=\"https:\/\/c2ccertified.org\/the-standard\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Zertifikat<\/a>, das umweltpositive Produkte auszeichnet und eine <a href=\"https:\/\/c2c.ngo\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">NGO<\/a>.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"799\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Michael-Braungart-h-799x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2859\" style=\"width:282px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Michael-Braungart-h-799x1024.jpg 799w, https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Michael-Braungart-h-234x300.jpg 234w, https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Michael-Braungart-h-768x985.jpg 768w, https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Michael-Braungart-h.jpg 960w\" sizes=\"auto, (max-width: 799px) 100vw, 799px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>Foto: EPEA Internationale Umweltforschung<\/em><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier folgt das f\u00fcr diesen Blog transkribierte Interview mit Michael Braungart \u2013 anzuh\u00f6ren im gleichzeitig erschienenen <a href=\"https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/ffe35-um-uns-an-uns-in-uns-sommer-sonne-plastik\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Podcast<\/a>: Ein Gespr\u00e4ch \u00fcber das allgegenw\u00e4rtige Mikroplastik als chemische Bel\u00e4stigung von uns allen. Allgegenw\u00e4rtig, aber unn\u00f6tig und vermeidbar.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-medium-font-size\">Ein Gespr\u00e4ch \u00fcber Plastik<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">?&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Wenn ich einen Fernsehfilm oder einen Beitrag \u00fcber Mikroplastik anschaue, dann f\u00e4ngt der gemeinhin an mit irgendeinem Plastikstrudel irgendwo entfernt im Meer oder mit Plastikt\u00fcten oder Abf\u00e4llen oder Fischernetzen, die irgendwo am Strand herumliegen oder in die sich V\u00f6gel verheddert haben. Und ich habe gelernt, dieses wird zerrieben zu Mikroplastik. Und das fressen die Fische. Und mit den Fischen essen es wir und daran sterben V\u00f6gel und so weiter. Das setzt sich auf dem Meeresgrund als neues Sediment ab. Ist das ein Hauptproblem von Mikroplastik?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">!&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Das Mikroplastik-Thema f\u00e4ngt nat\u00fcrlich damit an, dass man Plastik im Meer findet. Und jedes Jahr werden etwa sechs bis acht Millionen Tonnen zus\u00e4tzlich in die Meere eingetragen. Das sind Flaschenverpackungen, aber auch eben Fischernetze. Die zersetzen sich haupts\u00e4chlich durch das UV-Licht in kleinere Teile und dann wird eben Mikroplastik daraus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber die Deckel von Plastikflaschen zum Beispiel bringen Tiere auch direkt um. Die verwechseln sie mit Muscheln. Darum hat die Europ\u00e4ische Union festgelegt, dass jetzt die Kappen und Deckel von Flaschen an der Verpackung dranbleiben m\u00fcssen, weil man besonders h\u00e4ufig diese Verschl\u00fcsse im Magen von Tieren findet.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-medium-font-size\">Abfall und Abrieb<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das immer weiter sich zerkleinernde Plastik wird zu Mikroplastik und Nanoplastik und dann eingebaut in alle m\u00f6glichen Lebewesen. Wir haben zum Beispiel Austern untersucht. Dort findet man zwischen 1.500 und 40.000 Mikroplastikteile nur in einer Auster. Das kommt im Wesentlichen aber aus anderen Quellen als dem Zerfall von Weggeworfenem, n\u00e4mlich aus dem Abrieb, aus dem Verschlei\u00df von Gegenst\u00e4nden. Ein Drittel des Mikroplastiks in der Nordsee, welches wir gemessen haben, ist zum Beispiel Textilabrieb. Die Leute kaufen Textilien aus Polyester und der Abrieb des Polyesters findet sich dann nat\u00fcrlich auch im Meer wieder.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">?&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Das bedeutet einerseits ist es tats\u00e4chlich das weggeworfene Plastik, das in die Meere eingetragen wird \u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">!&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Ja, und zum anderen ist es der Plastikabrieb, also der Verschlei\u00df, von Schuhsohlen, von Bremsbel\u00e4gen, von Autoreifen. In der Elbe haben wir gemessen: 54 Prozent des Mikroplastiks im Fluss ist Reifenabrieb. Die Autoreifen halten heute doppelt so lange wie vor drei\u00dfig Jahren. Vor drei\u00dfig Jahren blieb der Reifenstaub aber auf der Stra\u00dfe. Das war schon dumm genug. Jetzt ist er viel feiner und wird direkt eingeatmet. Oder er gelangt in die Gew\u00e4sser und wird dadurch in die Nordsee geschwemmt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"640\" src=\"https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Plastikmuell-Strand-GeraldSimonPixabay-1024x640.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2863\" srcset=\"https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Plastikmuell-Strand-GeraldSimonPixabay-1024x640.jpg 1024w, https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Plastikmuell-Strand-GeraldSimonPixabay-300x187.jpg 300w, https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Plastikmuell-Strand-GeraldSimonPixabay-768x480.jpg 768w, https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Plastikmuell-Strand-GeraldSimonPixabay-1536x959.jpg 1536w, https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Plastikmuell-Strand-GeraldSimonPixabay.jpg 1918w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">So sehen Str\u00e4nde aus, die nicht f\u00fcr die Touristen ges\u00e4ubert werden. Was wir hier nicht sehen, ist das Mikroplastik, das nicht nur hier ist, sondern l\u00e4ngst \u00fcberall &#8211; auch in uns. | <em>Foto: Gerald Simon \/ Pixabay<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">?&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Was ist der Unterschied? Gibt es da einen Unterschied zwischen dem, was zersetzt wird durch UV-Licht, durch Wellengang, und dem, was Abrieb ist von Reifen oder Schuhsohlen oder von Polyesterkleidung?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">!&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Letztlich ist es am Ende das gleiche Mikroplastik. Es zerkleinert sich immer weiter. Es entsteht dann auch noch mal ein tausendfach kleineres Plastik daraus. Das nennt man Nanoplastik, fasst es aber unter dem Begriff Mikroplastik zusammen. Wir verbreiten nach Angaben des Umweltbundesamtes pro Person und Jahr 110 Gramm an Mikroplastikabrieb nur durch unsere Schuhsohlen. Und das landet in der Umwelt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">All diese Dinge, die uns umgeben, sind nicht daf\u00fcr gemacht, dass sie nachher in biologische Kreisl\u00e4ufe zur\u00fcckgehen k\u00f6nnen. Wer zum Beispiel im Hotel mal Sex hatte, wacht am n\u00e4chsten Morgen mit aufgeriebenen Knien auf, weil dort in der Baumwollbettw\u00e4sche einfach vierzig Prozent an Polyester steckt und das schafft nat\u00fcrlich den entsprechenden Mikroplastikabrieb. Damit halten die Leint\u00fccher etwas l\u00e4nger, aber man erkauft sich das durch den Mikroplastikabrieb, den man nat\u00fcrlich auch in der Waschmaschine hat oder beim Tragen plastikbehandelter Kleidung insgesamt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Darum muss ab n\u00e4chstem Jahr in Frankreich in jede neue Waschmaschine ein Mikroplastikfilter eingebaut werden. Bis dann alle Waschmaschinen damit ausgestattet sind, werden die n\u00e4chsten zwanzig Jahre vergehen. Und in Deutschland ist noch nicht mal das vorgeschrieben.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-medium-font-size\">Das ewige Leben<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das eigentliche Problem ist auch, dass der Abrieb ja beim Tragen stattfindet, beim Gehen, in der Freizeit: Beim Sommerskifahren auf k\u00fcnstlichen Pisten zum Beispiel, oder auch im Winter beim Skiwachsen. Ich habe die Gew\u00e4sser in \u00d6sterreich untersucht: die sind alle mit Skiwachs verseucht. Die Leute benutzen das und denken nicht daran, dass das Mikroplastik daraus in die Gew\u00e4sser kommt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">?&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Aber wieso ist Mikroplastik im Skiwachs?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">!&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Das sind Teflonverbindungen, wie man sie auch aus der Bratpfanne kennt. Dadurch bleibt die Oberfl\u00e4che stabil, aber die reiben sich nat\u00fcrlich ab. Man hat auch Mikroplastik in Zeitschriften. Damit die Druckfarben m\u00f6glichst schnell trocknet, gibt man auch da Teflon dazu.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Sch\u00f6ne ist: Es ist uns damit gelungen, das ewige Leben zu schaffen. Diese Teflonverbindungen sind ein Teil von Mikroplastik, der nicht vergeht. Die werden so lange auf diesem Planeten sein, wie es diesen Planeten gibt, also etwa die n\u00e4chsten dreieinhalb Milliarden Jahre. Erst dann, wenn die Sonne die Erde auffressen wird, weil sie so gro\u00df wird, dass sie die Erde verschluckt \u2013 erst dann werden bei 1.500 Grad diese Teflonverbindungen zerst\u00f6rt werden. So haben wir Menschen sozusagen das ewige Leben geschaffen. Ist ja auch eine Leistung, oder?<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Bratpfanne-ConradPixabay-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2874\" srcset=\"https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Bratpfanne-ConradPixabay-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Bratpfanne-ConradPixabay-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Bratpfanne-ConradPixabay-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Bratpfanne-ConradPixabay-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Bratpfanne-ConradPixabay.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Mit oder ohne Antihaftbeschichtung? Mit oder ohne Teflonverbindung &#8211; und damit ewig haltbaren Mikroteilchen? Das essen, was man br\u00e4t, oder gleich die Beschichtung mit? | <em>Foto: Conrad \/ Pixabay<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-medium-font-size\">Frei von?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">?&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Vielleicht geht es auch ohne dieses ewige Leben? Ich habe mir gerade neue Pfannen gekauft und die sind PFAS-frei. Es gibt eine Firma in Deutschland, die Antihaftoberfl\u00e4chen herstellt, die ohne diese ewig haltenden Umweltgifte auskommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">!&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Aber die PFAS sind nur eine Gruppe solcher Verbindungen. Es w\u00fcrde mich interessieren, ob diese Antihaftpfanne \u00fcberhaupt keine Teflonverbindungen drin hat, keine Fluorverbindungen, denn alle Antihaftpfannen, die im Moment auf dem Markt sind, haben Teflonverbindungen drin. Jetzt zwar nicht mehr die polyfluorierten Verbindungen, die als lineare Verbindungen besonders sch\u00e4dlich sind, auch hormonell wirken und uns unfruchtbar machen und biologische Gleichgewichte zerst\u00f6ren. Aber es gibt andere, die dann PFAS-frei sind, aber trotzdem nach wie vor Teflonverbindungen enthalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Also das \u00bbfrei von\u00ab hilft nicht. Ich k\u00f6nnte auch draufschreiben, diese Bratpfanne ist garantiert frei von Plutonium. Oder irgendein anderes chemisches Element kann mir dazu einfallen. Es gibt zum Beispiel von einem gro\u00dfen Kosmetikhersteller in Hamburg tolle Aufschriften auf den Produkten: \u00bbFrei von Mikroplastik\u00ab. In den meisten dieser Produkte war aber nie Mikroplastik drin. Also kann ich \u00bbfrei von\u00ab nat\u00fcrlich draufschreiben. Das gilt auch f\u00fcr eine Firma, die Reinigungsmittel herstellt und recycelte Plastikverpackungen daf\u00fcr verwendet. Schreibt dann drauf: \u00bbFrei von Mikroplastik\u00ab. Aber es war nie Mikroplastik drin! \u00dcberhaupt: das Mikroplastik Thema f\u00fcr Kosmetik spielt erst seit Anfang der 2000er Jahre eine Rolle. Vorher wurden diese Mikroplastikverbindungen in Kosmetik nicht verwendet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">?&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Aber das ist doch das, was wir Verbraucherinnen und Verbraucher gelernt haben: Mikroplastik entsteht durch zerriebenes oder zerfallenes Plastik, das wir auf irgendeinem Weg in die Meere schaffen. Und zweitens haben wir dann irgendwann gelernt, meinetwegen Anfang der 2000er Jahre, dass Mikroplastik auch in der Kosmetik ist. Und jetzt steht \u00fcberall drauf, wo vielleicht noch nie welches drin war, dass da keins drin ist. Aber irgendeinen Hinweis, dass keines drin ist, brauche ich ja als Verbraucher.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">!&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Wenn ich immer draufschreibe, was nicht drin ist, dann ist das eigentlich kein guter Ratschlag, denn dann habe ich eine ganze Liste von dem, was nicht drin ist, statt zu definieren, was drin ist. Bei einem guten Kochrezept sage ich auch, was verwendet wird und schreibe nicht auf, was nicht hineingeh\u00f6rt. Das ist so, als w\u00fcrde ich jemandem, der zum Tode verurteilt wurde, sagen: Du wirst nicht erschossen. Das hilft ihm aber nichts, wenn er dann erh\u00e4ngt wird.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-medium-font-size\">Definieren, was drin ist<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Peeling-Cremes und Lotion zum Beispiel wurde fr\u00fcher S\u00e4gemehl verwendet oder es kamen kleine Tonteilchen hinein, mit dem gleichen Effekt. Es war einfach nur billiger, das durch Polypropylen-Plastikteilchen zu ersetzen. Und das k\u00f6nnte man lange schon anders machen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">?&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Das hei\u00dft, wir m\u00fcssten eine ehrliche Angabe haben, was in der Kosmetik tats\u00e4chlich verwendet wird?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">!&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Nein, das Leben ist viel zu kurz, um st\u00e4ndig irgendwelche Beipackzettel zu lesen. Es muss klar sein, dass Kosmetika, weil sie in die Umwelt gelangen, so sind, dass sie sich perfekt biologisch abbauen und dass sie deshalb sich auch nicht in anderen Lebewesen anreichern. Und das ist es. Warum soll ich als Kunde daf\u00fcr zust\u00e4ndig sein, nur weil die Politik nicht handelt. Es m\u00fcsste also anders sein. Ich muss positiv definieren, was drin ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir hatten mal eine Kosmetikserie entwickelt mit einem Hersteller, weil uns aufgefallen ist, dass die Leute viele billige Chemikalien nehmen f\u00fcr so eine Shampoo zum Beispiel oder ein Hautpflegemittel. Da ist dann das billigste Tensid drin und davon kriege ich eine trockene Haut. Also wird ein Befeuchtungsmittel hinzugegeben, das mir eine Hautreizung verursacht. Dann wird ein L\u00e4hmungsmittel dazugegeben, damit ich nicht sp\u00fcre, dass die Haut gereizt wird. Wir haben gezeigt, dass man alle Kosmetika mit weniger als zehn verschiedenen Substanzen machen kann. Und dann schreibt der Hersteller nachher drauf: \u00bbHergestellt aus neun reinen Substanzen\u00ab. War es vorher schmutzig? Oder ist neun viel oder weniger?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das hei\u00dft, die ganze Kommunikation dar\u00fcber fehlt v\u00f6llig. Man versucht f\u00fcr etwas Unvern\u00fcnftiges \u2013 Kosmetika sind zun\u00e4chst mal etwas Unvern\u00fcnftiges \u2212 und daf\u00fcr versucht man nun einen vern\u00fcnftigen Grund zu finden. Wenn ich dir sage \u00bbIch liebe dich, weil \u2026\u00ab dann liebe ich dich \u00fcberhaupt nicht, weil Liebe bedingungslos ist. Sobald ich einen vern\u00fcnftigen Grund daf\u00fcr finde, ist es keine Liebe mehr. Und so ist es bei Kosmetika auch. Der Kunde will doch einfach nur eine sch\u00f6ne Haut haben. Er m\u00f6chte erreichen, dass Hautunreinheiten ausgeglichen werden oder dass man sich differenzieren kann.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"402\" src=\"https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Lippenstift-MacMonkey-1024x402.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2873\" srcset=\"https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Lippenstift-MacMonkey-1024x402.jpg 1024w, https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Lippenstift-MacMonkey-300x118.jpg 300w, https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Lippenstift-MacMonkey-768x302.jpg 768w, https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Lippenstift-MacMonkey-1536x604.jpg 1536w, https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Lippenstift-MacMonkey.jpg 1883w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Was ist das? \u00bbChemische Bel\u00e4stigung\u00ab nennt es Michael Braungart, denn in herk\u00f6mmlichem Lippenstift ist jede Menge Mikroplastik, das mitgegessen wird. | <em>Foto: MacMonkey \/ Pixabay<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-medium-font-size\">Chemische Bel\u00e4stigung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So ein Lippenstift ist nie f\u00fcr biologische Kreisl\u00e4ufe gemacht. Eine Frau isst w\u00e4hrend ihres Lebens etwa 6,3 Kilogramm Lippenstift. Wie viel davon weggek\u00fcsst wird, wissen wir nicht. Was wir wissen: Im Lippenstift ist nach wie vor ganz viel Mikroplastik. Und das wird einfach geschluckt und aufgenommen. Ich habe doch aber, wenn ich einen Lippenstift kaufe, ein Recht darauf, dass das essbar ist und dass es sich biologisch abbaut. Wenn wir sexuell bel\u00e4stigt werden, dann m\u00fcssen wir doch auch nicht nachweisen, dass wir davon krank werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich habe einfach ein Recht, nicht bel\u00e4stigt zu werden. Und Mikroplastik ist chemische Bel\u00e4stigung. Inzwischen reichert sich dieses Mikroplastik in unserem K\u00f6rper so an, dass wir es in jeder K\u00f6rperzelle finden. Also jede K\u00f6rperzelle ist ein kleiner Plastikm\u00fcllhaufen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">?&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Was das bedeutet, dar\u00fcber reden wir gleich noch. Ich will noch mal zur\u00fcck zu der Produktion. Also die EU verbietet Plastikt\u00fcten, dann verbietet sie Plastikstrohhalme, die ja Strohhalme hei\u00dfen, weil sie mal aus Stroh waren \u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">!&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Die EU verbietet nicht Plastikt\u00fcten generell. Sie verbietet blo\u00df eine bestimmte Art von Plastikt\u00fcten, von denen wir im Durchschnitt sechzehn im Jahr verwendet haben. Wir verwenden aber \u00fcber sechshundert Plastikt\u00fcten. Diese kleinen Hemdchen-Plastikt\u00fcten, um Obst einzupacken oder diese gro\u00dfen Plastikt\u00fcten, mit denen wir im Laden schwerere Dinge einkaufen, die sind alle in Verwendung. Wir haben nur sechzehn verboten von den mehreren hundert. Und das ist so \u00e4hnlich auch bei den Strohhalmen. Jetzt ist zwar der Plastikstrohhalm verboten, aber der Papierstrohhalm ist mit Plastik beschichtet und das gibt genauso Mikroplastik.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist eine Alibigeschichte. Das hat mit einer realen L\u00f6sung nichts zu tun. Das ist Besch\u00e4ftigungstherapie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">?&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Das hei\u00dft, wir f\u00fchlen uns gut, aber es ist nichts gut?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">!&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Ja, es ist eine Art Umwelt-Ablasshandel. Es steht in keinem Verh\u00e4ltnis zur Dimension des Problems. Wir m\u00fcssen wirklich erreichen, dass alle Plastikarten in biologische Kreisl\u00e4ufe zur\u00fcckgehen, wenn sie verschlei\u00dfen und alle, die nur genutzt werden, in technische Kreisl\u00e4ufe gehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einer Waschmaschine werden im Moment 85 verschiedene Plastiksorten verwendet. Wenn ich die Waschmaschine nicht verkaufe, sondern nur die Nutzung der Waschmaschine verkaufe, dann kann der Hersteller anstatt 85 Plastiksorten vier Plastiksorten nehmen, bei denen es sich lohnt, sie wieder zur\u00fcckzugewinnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Plastik ist per se nichts Schlechtes, aber es muss so sein, dass es biologisch abbaubar ist, wenn es im biologischen System verschlei\u00dft. Und wenn es am Ende in technische Systeme zur\u00fcckgeht, muss es so sein, dass es sich lohnt, das zur\u00fcckzugewinnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">?&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Gut, das ist ja die Idee von Cradle-to-Cradle. Wenn bislang von \u00bbwir\u00ab die Rede war, dann war damit Cradle-to-Cradle gemeint?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">!&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Ja, damit ist unser Institut gemeint, das Hamburger Umweltinstitut vor allem. Es ist aber vor allem auch ein Cradle-to-Cradle Verein gemeint. Es gibt ganz viele Leute, die inzwischen nach diesem Prinzip Dinge herstellen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-medium-font-size\">Von der DDR lernen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Blo\u00df die Herausforderung ist riesig. Wir haben bei einem Discounter nur bei den Eigenmarken 52 verschiedene Plastiksorten gemessen. Damit es m\u00f6glichst leicht ist und man m\u00f6glichst schnell produzieren kann, werden verschiedene Plastiksorten zusammengepackt. Da wird mit PVC beschichtet, es wird mit Polyamid beschichtet. Es werden Mischkunststoffe gemacht, die verschiedene Eigenschaften haben, so dass ich die Plastikfolie m\u00f6glichst d\u00fcnn machen kann \u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">?&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Die man dann aber nicht mehr recyceln kann?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">!&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Wo man nat\u00fcrlich nichts mehr mit Recycling machen kann. Man k\u00f6nnte dabei etwas von der DDR lernen. In der DDR hatte man praktisch nur einen einzigen Standardverpackungskunststoff: das Polypropylen. Und Polypropylen kann ich, wenn ich es als eine Sorte habe, bis zu drei\u00dfigmal f\u00fcr denselben Zweck wieder einsetzen. Ich kann es dann als Verpackung praktisch universell wieder neu verwenden. Dann endet das nicht im Ozean, weil es dann etwas wert ist. Dabei muss man dann allerdings auch die Pigmente und die UV-Stabilisatoren und die Schlagz\u00e4higkeitsverbesserer und die Antioxidantien mit betrachten. Dann m\u00fcsste man auch auf all diese Verpackungen Pfand erheben, nicht nur auf Getr\u00e4nke, sondern auch auf Chipst\u00fcten und Salzstangen-Verpackungen. Dann k\u00f6nnte man einen Standardverpackungskunststoff haben und dann w\u00fcrde man das Plastikproblem zum gro\u00dfen Teil von Anfang an l\u00f6sen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"738\" src=\"https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Jeans-RalfSundermannPixabay-1024x738.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2869\" srcset=\"https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Jeans-RalfSundermannPixabay-1024x738.jpg 1024w, https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Jeans-RalfSundermannPixabay-300x216.jpg 300w, https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Jeans-RalfSundermannPixabay-768x554.jpg 768w, https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Jeans-RalfSundermannPixabay-1536x1108.jpg 1536w, https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Jeans-RalfSundermannPixabay.jpg 1786w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Wieviel Mikroplastik haben diese Jeans schon in der Welt verteilt &#8211; beim Tragen und beim Waschen? Das h\u00e4ngt auch davon ab, welches Elastan bei der Herstellung verwendet wurde. Biologisch abbaubar oder nicht, das ist die Frage. | <em>Foto: Ralf Sundermann<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-medium-font-size\">Klamottenplastik<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">?&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Aber was ist mit der Kleidung, mit den ganzen mit Plastik haltbarer oder dehnbarer gemachten Stoffen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">!&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Naja, es gibt ja zum Beispiel Elastan in der Jeans. Das kann ein Lycra sein, das kann ein Roica sein. Manche davon bauen sich biologisch nicht ab. Lycra baut sich nicht ab. Wenn man damit eine Jeans hat, wo dann f\u00fcnf Prozent Elastan drin ist, und die landet am Ende in Afrika, dann wird sie f\u00fcr ein paar Putzlappen gut sein \u2013 und dann wird immer Mikroplastik \u00fcbrigbleiben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">?&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Aber es ginge auch so, dass es sich abbaut?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">!&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Ja, wenn man zum Beispiel Roica verwendet. Das baut sich perfekt biologisch ab. Das hei\u00dft, den Unterschied macht ein Elastan, das sich biologisch abbaut oder eines, was sich nicht abbaut.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">?&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Aber das kann ich als K\u00e4ufer nicht wissen. Da steht meist nur so und so viel Prozent Elastan.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">!&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Ja klar, selbst wenn da manchmal auch Lycra draufsteht, denke ich doch: Ist ja sch\u00f6n, ein Baumwollprodukt. Ist es aber tats\u00e4chlich nicht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-medium-font-size\">Papierplastik<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt viele solche Dinge. Es werden zum Beispiel T\u00fccher verwendet zum Abwischen von Oberfl\u00e4chen oder Toiletten-Feuchtt\u00fccher oder Tempotaschent\u00fccher. Dann wundert man sich, dass die jahrelang in der Landschaft herumliegen. Ich habe das gemessen mit meinen Studenten in Wien. Auf 2000 Metern H\u00f6he bleibt so ein Papiertaschentuch etwa achtzehn Jahre liegen, weil es n\u00e4mlich gar kein Papiertaschentuch ist. Es ist ein Taschentuch, was eine Antihaft-\u00dcberschicht hat, oder \u2212 je nachdem, wie es verwendet wird \u2212 einen Nassfestigkeitsstabilisator. Damit das nicht zerfleddert, wenn es nass wird. Und nach achtzehn Jahren ist dann zwar der Zellulosekern dieses Taschentuchs abgebaut, aber das Mikroplastik bleibt \u00fcber. In diesem Fall ist es ein Epichlorhydrin-Polymer, was da verwendet wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durch diese T\u00fccher haben zum Beispiel in Hamburg die Wasserwerke Millionenaufwendungen, weil die Rohrleitungen verstopfen. Die Menschen sp\u00fclen diese Kosmetikt\u00fccher einfach in der Toilette runter oder die Papiertaschent\u00fccher, aber die zersetzen sich dann nicht und verstopfen die Leitungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">?&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Geht das auch ohne Plastik?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">!&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Es gibt Nassfestigkeitsstabilisatoren, die auf St\u00e4rke basieren, bei denen ich sogar einstellen kann, ob der Abbau in drei Minuten, in f\u00fcnf Minuten, in einer Stunde, in einem Tag sein soll.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-medium-font-size\">Schuhplastik<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es geht nur darum, dass man am Anfang, vor der Produktion, andere Anforderungen an das Produkt stellt. Wir k\u00f6nnen auch Schuhsohlen machen, die sich perfekt biologisch abbauen. Es ist nur eine Frage des Willens. Wenn eine Firma, die 15.000 Schuhl\u00e4den in Europa betreibt, sagen w\u00fcrde: Wir wollen ab morgen nur noch Schuhe verkaufen, deren Abrieb biologisch abbaubar ist, dann k\u00f6nnte man das \u00e4ndern. Die M\u00f6glichkeit gibt es!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">?&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Ich trage Barfu\u00dfschuhe mit Kautschuksohle. Was ist da drin? Das ist doch ein Naturprodukt, oder?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">!&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Nat\u00fcrlich ist der Latex-Gummi zun\u00e4chst ein Naturprodukt, aber ich muss das vulkanisieren, also vernetzen, und dann baut es sich nicht ab. So wie ein Fahrradreifen oder ein Autoreifen zun\u00e4chst mal auch ein Naturprodukt ist. Obwohl 470 andere Chemikalien noch daf\u00fcr verwendet werden, ist der Hauptteil nat\u00fcrlich ein Naturprodukt. Aber das ist die gleiche Logik, als wenn ich sagen w\u00fcrde: Ich fahre mit Benzin und Benzin kommt aus der Natur, das ist ja ein Erd\u00f6lprodukt. Nein, es baut sich so nicht biologisch ab, in keinem Fall.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was die Schuhe angeht, m\u00fcssten wir jetzt aus Protest einfach mal eine Woche lang barfu\u00df laufen und sagen: Wir kaufen keine Schuhe mehr, bis tats\u00e4chlich der Schuhabrieb so ist, dass er in biologische Kreisl\u00e4ufe geht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber selbst Proteste setzen Mikroplastik frei. Die Farbe, mit der die Leute von Fridays for Future ihre Plakate malen, wenn sie f\u00fcr das 1,5-Grad-Ziel auf die Stra\u00dfe gehen: das ist Mikroplastik. Das reibt sich ab.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"494\" src=\"https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Nike-Autoreifen-justcreativestock-1024x494.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2872\" srcset=\"https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Nike-Autoreifen-justcreativestock-1024x494.jpg 1024w, https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Nike-Autoreifen-justcreativestock-300x145.jpg 300w, https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Nike-Autoreifen-justcreativestock-768x370.jpg 768w, https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Nike-Autoreifen-justcreativestock-1536x740.jpg 1536w, https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Nike-Autoreifen-justcreativestock.jpg 1911w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Garantierte Quelle von Mikroplastik: Statistisch gesehen produziert jede und jeder von uns 110 Gramm Schuhsohlenabrieb im Jahr. Und \u00fcber die H\u00e4lfte des Mikroplastiks in Fl\u00fcssen wie der Elbe ist Reifenabrieb. | <em>Foto: justcreativestock<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-medium-font-size\">Alles ohne?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">?&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; G\u00e4be es denn f\u00fcr all das Substanzen, die man nutzen k\u00f6nnte, ohne Mikroplastik in die Welt zu verteilen? K\u00f6nnten wir es anders machen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">!&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Es gibt Alternativen \u2212 zum Beispiel Antihaftbeschichtungen f\u00fcr Oberfl\u00e4chen. Die aber bedeuten, dass eine Bratpfanne viel teurer werden w\u00fcrde. Ich m\u00fcsste dann ein anderes Gesch\u00e4ftsmodell fahren. Wenn so eine Pfanne zweihundert Euro kostet, dann will oder kann der Kunde sie vielleicht nicht kaufen. Aber er k\u00f6nnte ein Pfannenabo kaufen: Er kauft einfach nur zehn Jahre Verwendung dieser Pfanne. Dann bleibt der Hersteller praktisch der Eigent\u00fcmer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Manche Dinge w\u00e4ren dann zun\u00e4chst mal teurer, aber insgesamt viel billiger, weil sie dann viel l\u00e4nger ihren Zweck erf\u00fcllen. So eine Antihaftbeschichtung in einer normalen Teflonpfanne ist nach f\u00fcnfzig Mal ziemlich kaputt und durchgescheuert und ich habe sie dann mitgegessen. Mit meinem Steak zum Beispiel oder auch mit dem Tofubratling, der dann voll mit Mikroplastik ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Prinzip ist es so: Ich kann die Intelligenz genau darauf einsetzen, dass eben zus\u00e4tzliche Eigenschaften entstehen. Und das ist nicht teurer. Die Produkte, die wir zusammen mit den Herstellern entwickeln, sind im Durchschnitt etwa zwanzig Prozent kosteng\u00fcnstiger, weil ich den Filter praktisch am Anfang habe \u2013 im Kopf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir fertigen zum Beispiel in Bangladesch mit einem gro\u00dfen Textilbetrieb T-Shirts und Schlafanz\u00fcge und Bettw\u00e4sche. Und das Abwasser ist dabei so sauber, dass es keine Kl\u00e4ranlage braucht. Die Leute brauchen keinen Arbeitsschutz, weil der Filter zuvor im Kopf war und nicht am Schluss in einer Kl\u00e4ranlage. Das Wasser kann direkt in die Bew\u00e4sserung gehen, das ist viel kosteng\u00fcnstiger und die Leute k\u00f6nnen unter tropischen Bedingungen im T-Shirt und mit Flipflops arbeiten und brauchen keine teure Schutzkleidung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">?&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Und wo kann ich diese T-Shirts kaufen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">!&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Die gibt es bei Discountern. Ich m\u00f6chte jetzt nicht Werbung daf\u00fcr machen, weil ich das mit den Leuten auch nicht besprochen habe, aber die findet man mit einem Cradle-to-Cradle-Zeichen bei den gr\u00f6\u00dften Discountern, weil sie einfach kosteng\u00fcnstiger sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber es gibt da auch Leute, wie zum Beispiel den Chefeink\u00e4ufer eines solchen Unternehmens. Dem habe ich den Unterschied zwischen Roica und Lycra erkl\u00e4rt, und der hat sich ans Telefon gesetzt und hat gesagt: Ab morgen werden wir nur noch Elastan verwenden, was sich biologisch abbaut. Also die Einzelnen k\u00f6nnen durchaus etwas machen, wenn sie etwas \u00e4ndern wollen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und die Anforderung ist doch ganz einfach: Ich muss fragen, wenn es in die Umwelt kommt, ist das, was sich abreibt, f\u00fcr die anderen Lebewesen n\u00fctzlich. Ich freue mich doch sogar \u00fcber einen biologisch abbaubaren Kunststoff, der sich abreibt. Daran k\u00f6nnen sich Algen, Pilze, Bakterien anlagern. Die haben dann was zu fressen. Und dann k\u00f6nnen die kleinen Krebse diesen Plankton aufnehmen und dieser Plankton reichert dann die Artenvielfalt an.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Also ich feiere den menschlichen Fu\u00dfabdruck! Ich m\u00f6chte ihn nicht minimieren. Ich m\u00f6chte, dass unser Fu\u00dfabdruck ein gro\u00dfes Feuchtgebiet wird. Wir sind viel zu viele Menschen, als dass wir ein bisschen weniger sch\u00e4dlich sein k\u00f6nnten. Und das Mikroplastik Problem entsteht vor allem auch dadurch, dass Leute versuchen, das Bestehende etwas weniger sch\u00e4dlich zu machen. Dadurch, dass der Reifenabrieb jetzt viel feinteiliger ist, weil die Reifen viel l\u00e4nger halten, ist er umso gef\u00e4hrlicher f\u00fcr die Umwelt, weil er jetzt eingeatmet wird und in unser Gehirn gelangt. Und \u00fcberall in allen Dingen, die uns umgeben, findet sich inzwischen Reifenabrieb.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"598\" src=\"https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Laserdrucker-WangXuefeiPixabay-1-1024x598.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2879\" srcset=\"https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Laserdrucker-WangXuefeiPixabay-1-1024x598.jpg 1024w, https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Laserdrucker-WangXuefeiPixabay-1-300x175.jpg 300w, https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Laserdrucker-WangXuefeiPixabay-1-768x449.jpg 768w, https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Laserdrucker-WangXuefeiPixabay-1-1536x897.jpg 1536w, https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Laserdrucker-WangXuefeiPixabay-1.jpg 1910w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Aussto\u00df an Mikroplastik: zwei Milliarden Teilchen pro Seite. Laserdrucker am Arbeitsplatz sind eine Form der \u00bbChemischen Bel\u00e4stigung\u00ab, die t\u00f6dlich enden kann. | <em>Foto: Wang Xuefei \/ Pixabay<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-medium-font-size\">Das Mikroplastik in mir<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">?&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Hier geht es jetzt nicht nur allgemein um uns, sondern um unseren K\u00f6rper. Mein K\u00f6rper ist mir nat\u00fcrlich n\u00e4her als der eines Fisches oder einer Kuh. Also: Was macht das Mikroplastik mit uns?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">!&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Mikroplastik wird in unserem K\u00f6rper so lange transportiert, bis es ein kleines Blutgef\u00e4\u00df findet, durch das es nicht mehr hindurchpasst. Das f\u00fchrt dann zu Entz\u00fcndungen an der Stelle, wo dieses Mikroplastik h\u00e4ngen bleibt. Und die Zelle versucht, sich dagegen zu wehren, indem sie verkalkt. Und dadurch wird die Wahrscheinlichkeit, an einem Schlaganfall zu erkranken, durch Mikroplastik deutlich gr\u00f6\u00dfer. Wir altern einfach viel schneller und unn\u00f6tigerweise.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein typisches Beispiel: Eine Quelle von Mikroplastik, die immer noch untersch\u00e4tzt wird, sind Laserdrucker. Der Tonerstaub ist nichts anderes als Plastik mit einem Metallkern. Eine kleine Harpune, die meine Zelle durchschneidet, wenn sie eingeatmet wird. Ein Laserdrucker produziert zwei Milliarden Mikroplastikteile pro Druckseite. Die Leute versiegeln jetzt ihre Geb\u00e4ude, machen sie gasdicht, haben dann aber den Homeoffice-Arbeitsplatz im Schlafzimmer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich habe die Obduktion von einem 44-j\u00e4hrigen Mann mitmachen m\u00fcssen, der einen Laserdrucker zu Hause hatte. Im Schlafzimmer links der Laserdrucker, in der Mitte der Arbeitsplatz, rechts die Ablage. Er hatte in jeder K\u00f6rperzelle Mikroplastik, \u00fcberall Tonerstaub bis in den kleinen Zeh. Und er hat drei kleine Kinder und ist mit 44 Jahren an einem Schlaganfall gestorben. Das hei\u00dft, wir erh\u00f6hen einfach die Wahrscheinlichkeiten, dass unsere Zellen da nicht mehr mitmachen k\u00f6nnen und dass wir dann deshalb fr\u00fcher erkranken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">?&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Deshalb sagen die \u00c4rzte, dass die Schlaganfallpatienten immer j\u00fcnger werden?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">!&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Wir haben dazu keine statistische Auswertung. Aber es m\u00fcsste doch so sein wie bei sexueller Bel\u00e4stigung: Ich habe doch ein Recht darauf, nicht von Tonerstaub bel\u00e4stigt zu werden. Und das ist chemische Bel\u00e4stigung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das hei\u00dft, dass man als erstes Laserdrucker aus der Wohnung herausnimmt und vom Arbeitsplatz weg. Wenn man das nicht gleich schafft, dann kann man inzwischen Filter daf\u00fcr einsetzen. Es gibt von gro\u00dfen Firmen inzwischen Filter. Wenn man die nach einem halben Jahr entfernt, dann wei\u00df man, was man sonst alles eingeatmet h\u00e4tte. Manchmal kann man ja vielleicht so einen gro\u00dfen Drucker auf dem Flur auch nicht sofort ersetzen, dennoch m\u00fcssen wir ja diesen Staub nicht einatmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Mikroplastik-Gehalte, die wir im K\u00f6rper haben, f\u00fchren bei vergleichbaren anderen Lebewesen durchaus zu Verhaltens\u00e4nderungen. Im Moment sch\u00fctzt uns offensichtlich noch unsere gr\u00f6\u00dfere Gehirnmasse. Aber das ist ein Spiel mit der Zeit und es ist ein Menschenversuch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir k\u00f6nnten jetzt wirklich anders handeln, indem wir das Mikroplastik-Problem wirklich angehen und alle Dinge, die verschlei\u00dfen, so machen, dass sie in biologische Systeme zur\u00fcckgehen. Die Kenntnis daf\u00fcr ist da.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Bis hierhin das Gespr\u00e4ch mit Michael Braungart zum allgegenw\u00e4rtigen Mikroplastik, das wir immer weiter und weiter verbreiten. Jede und jeder von uns \u2013 allt\u00e4glich.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir wissen, wie es anders geht, aber wir machen es nicht. Wir gehen immer den Weg des geringsten Widerstands, handeln immer erst, wenn es zu sp\u00e4t ist. Das scheint eine menschliche Konstante zu sein. Wenn wir die nicht durchbrechen, wird es schwer mit unserer Zukunft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das k\u00f6nnte jetzt auch das Schlusswort zum Thema Klimawandel gewesen sein, oder zu Landwirtschaft und Ern\u00e4hrung, zu unserem Konsumverhalten allgemein. F\u00fcr heute ist es das zum Thema Mikroplastik, das ein nicht endendes ist. Anders als dieser Blog &#8211; der endet hier.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der n\u00e4chste Blog und Podcast wie immer am ersten Donnerstag im Monat. Aber Achtung: Dieses Mal erst nach einer kurzen Sommerpause. Weiter geht es also <strong>am ersten Donnerstag im Oktober<\/strong>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist Hochsommer. Ferienzeit. Die Str\u00e4nde sind voll &#8211; voller Plastik. Es ist \u00fcberall, auch da, wo wir es nicht sehen. Auf unserer Haut, aufgetragen mit Cremes und Kosmetik. In unserer Kleidung und unseren Schuhsohlen, abgerieben durch Bewegung. Wir verteilen es t\u00e4glich, auch wenn wir das nicht wissen und nicht wollen. Und wir nehmen es &#8230; <a title=\"Um uns, an uns, in uns &#8211; Sommer, Sonne, Plastik\" class=\"read-more\" href=\"https:\/\/www.florianschwinn.de\/wordpress\/um-uns-an-uns-in-uns-sommer-sonne-plastik\/\" aria-label=\"Mehr zu Um uns, an uns, in uns &#8211; Sommer, Sonne, Plastik\">Weiterlesen &#8230;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[38,160,39,161],"tags":[163,164,162],"class_list":["post-2845","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gesundheit","category-mikroplastik","category-schadstoffe","category-umweltgift","tag-industrie","tag-konsum","tag-plastik","infinite-scroll-item"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.8 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Um uns, an uns, in uns - Sommer, Sonne, Plastik<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Hochsommer. 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